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Buchführen-lernen - Minderungen beim Einkauf von RHB und Waren

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Buchführen-lernen

Minderungen beim Einkauf von RHB und Waren

In der Praxis kommt es oft vor, dass die gebuchten oder sogar bereits bezahlten Eingangsrechnungen nachträglich reduziert werden. Folgende Gründe kommen dafür in Frage:

  • Sie senden einen Teil (oder die gesamte Lieferung) zurück bzw. Sie sind mit der Lieferung unzufrieden und erhalten einen Teil des ursprünglich berechneten Betrages von Ihrem Lieferanten zurück.
  • In Zahlungsbedingungen räumt Ihnen der Lieferant die Möglichkeit ein, die Rechnung nach Abzug von Skonto zu bezahlen.
  • Sie erhalten von Ihrem Lieferanten einen Rabatt (z.B. Treuerabatt).

Wurde ein Eingangsumsatz (Einkauf) mit Vorsteuer gebucht, muss bei seiner Reduzierung auch die ursprünglich zu hoch gebuchte Vorsteuer berichtigt werden. Die Vorsteuer wird auf dem Forderungskonto „Vorsteuer“ je nach Steuersatz im Haben gemindert.

Rücksendungen, Rückgaben, Preisnachlässe

Anders als es im Erlösbereich der Fall war, werden sowohl Rücksendungen als auch Preisnachlässe wegen Mängel aus Vereinfachungsgründen in der Praxis auf den gleichen Konten wie der Aufwand aus der Anschaffung gebucht.

Beispiel 6 (Fortsetzung von Beispiel 1)

(Wiederholung)

Beispiel

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Anke Hübsch (Schreibwarenladen) erhält am 16.06.2015 eine Warenlieferung des Stuttgarter Herstellers Fuchs GmbH im Wert von 1.250,00 € zzgl. 19% USt. (237,50 €), gesamt 1.487,50 €. Das Liefer- und Rechnungsdatum sind gleich.

16.06.2015 Eingangsrechnung

SollkontoHabenkonto
Einkauf Waren1.250,00Verbindlichkeiten LuL1.487,50
Vorsteuer 19%237,50

Frau Hübsch prüft die Ware und stellt fest, dass einige Packungen Gebrauchsspuren aufweisen. Sie sendet den beschädigten Warenanteil zurück und erhält vom Lieferanten am 05.07.2015 folgende Rechnungskorrektur: Warenwert netto 156,00 €, zzgl. 19% USt. (29,64 €), gesamt 185,64 €.

05.07.2015 Rechnungskorrektur

SollkontoHabenkonto
Verbindlichkeiten LuL185,64Einkauf Waren156,00
  Vorsteuer 19%29,64

Am 08.07.2015 begleicht Frau Hübsch die Eingangsrechnung vom 16.06.2015 nach Abzug der Korrekturrechnung vom 05.07.2015 mit insgesamt 1.301,86 €.

08.07.2015 Banküberweisung

SollkontoHabenkonto
Verbindlichkeiten LuL1.301,86Bank1.301,86

Beispiel 7 (Fortsetzung von Beispiel 2) Mängel

(Wiederholung)

Beispiel

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Schräuble GmbH erhält am 02.09.2015 eine Rohstofflieferung aus Deutschland im Wert von 36.000 € netto, zzgl. 19% USt (6.840 €) auf Rechnung, gesamt 42.840 €. Die Rechnung liegt der Lieferung bei.

02.09.2015 Eingangsrechnung

SollkontoHabenkonto
Einkauf RHB36.000Verbindlichkeiten LuL42.840
Vorsteuer 19%6.840

Der Einkaufsleiter bemängelt bei der Anlieferung die Qualität des Rohstoffs. Der Lieferant gewährt daraufhin einen Preisnachlass in Höhe von 2.000 € netto, zzgl. 19% USt. (380 €), gesamt 2.380 €. Der Lieferant erstellt am 07.09.2015 die entsprechende Rechnungskorrektur, die von Schräuble GmbH wie folgt gebucht wird:

07.09.2015 Rechnungskorrektur

SollkontoHabenkonto
Verbindlichkeiten LuL2.380Einkauf RHB2.000
  Vorsteuer 19%380

Am 28.09.2015 wird die Rechnung vom 02.09.2015 nach Abzug der Korrekturrechnung mit insgesamt 40.460 € überwiesen.

28.09.2015 Banküberweisung

SollkontoHabenkonto
Verbindlichkeiten LuL40.460Bank40.460

Skonto

Mit Skonto hatten Sie bereits in der Lektion 46 zu tun gehabt. Skonto ist eine Art der Zinsvergütung für Zahlungen innerhalb der von Ihrem Lieferanten vorgegebenen, meist relativ kurzen Frist (z.B. 7 Tagen). Räumt Ihnen der Lieferant in den Zahlungsbedingungen die Möglichkeit des Skontoabzugs ein, dürfen Sie den Überweisungsbetrag um einen bestimmten  Prozentsatz (z.B. 2%) kürzen. Die Kürzung stellt eine nachträgliche Minderung der umsatzsteuerlichen Bemessungsgrundlage dar und führt zur Reduzierung der Vorsteuer.

Für die Buchung des Skontobetrages (netto) stehen Ihnen zwei Konten zur Verfügung:

  • Erhaltene Skonti RHB
  • Erhaltene Skonti Waren

Beispiel 8

Beispiel

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Schräuble GmbH erhält am 15.05.2015 eine Rohstofflieferung für 72.000 € netto, zzgl. 19% USt (13.680 €) auf Rechnung, gesamt 85.680 €.

15.05.2015 Eingangsrechnung

SollkontoHabenkonto
Einkauf RHB72.000Verbindlichkeiten LuL85.680
Vorsteuer 19%13.860

Der Lieferant räumt Schräuble GmbH in den Zahlungsbedingungen die Möglichkeit ein, bei der Begleichung der Rechnung innerhalb von 14 Tagen 2% Skonto abzuziehen.

Schräuble GmbH überweist am 26.05.2015 nach Abzug von Skonto.

Berechnung des Skonto,- Steuer- und Überweisungsbetrages:
Rechnungsbetrag netto 72.000 € x 2% =  1.440 € Skonto netto x 19% = 273,60 € USt. Korrektur
Skonto netto 1.440 € + USt. Korrektur 273,60 € = Skonto brutto 1.713,60 €
Verbindlichkeitsbetrag 85.680 € abzgl. Skonto brutto  1.713,60 € = 83.966,40 € Überweisungsbetrag

26.05.2015

SollkontoHabenkonto
Verbindlichkeiten LuL85.680,00Bank83.966,40
  Erhaltene Skonti RHB1.440,00
Vorsteuer 19%273,60

Achtung!

Prüfen Sie immer derartige Buchungen, ob Sie auf der Soll- und der Haben-Seite die gleichen Summen erhalten.

Beispiel 9

Beispiel

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Anke Hübsch (Schreibwarenladen) erhält eine Lieferung von Heften des Berliner Herstellers Paper GmbH mit folgender auf den 21.10.2015 datierter Rechnung:

Warenwert netto7.200,00 €
+ Fracht35,00 €
+ Verpackung52,00 €
Rechnungsbetrag netto7.287,00 €
+ 19 % USt.1.384,53 €
Rechnungsbetrag brutto8.671,53 €

21.10.2015 Eingangsrechnung

SollkontoHabenkonto
Einkauf Waren7.200Verbindlichkeiten LuL8.671,53
Anschaffungsnebenkosten Waren87,00
Vorsteuer 19%1.384,53

Den Zahlungsbedingungen ist zu entnehmen, dass die Rechnung mit Abzug von 3% Skonto auf den Warenwert innerhalb von 10 Tagen beglichen werden kann. Frau Hübsch nimmt die Skontomöglichkeit in Anspruch und überweist die Rechnung am 30.10.2015.

Berechnung des Skonto,- Steuer- und Überweisungsbetrages:
Warenwert netto  7.200,00 € x 3% =  216,00 € Skonto netto x 19% = 41,04 € USt. Korrektur
Skonto netto 216,00 € + USt. Korrektur 41,04 € = 257,04 € Skonto brutto
Verbindlichkeitsbetrag 8.671,53 € abgzl. Skonto brutto  257,04 € = 8.414,49 € Überweisungsbetrag

30.10.2015

SollkontoHabenkonto
Verbindlichkeiten LuL8.671,53Bank8.414,49
  Erhaltene Skonti Waren216,00
Vorsteuer 19%41,04

Rabatt

Für Rabatte gelten auf der Verkaufs- und Einkaufsseite die gleichen Regeln. Mit dem Thema Rabatte im Verkauf wurden Sie bereits in der Lektion 46 vertraut gemacht. Sie haben zwei Arten von Rabatten kennengelernt:

  • Sofortrabatte und
  • nachträgliche Rabatte.

Sofortrabatte werden in der Regel aber nicht separat gebucht.

Die nachträglichen Rabatte dagegen funktionieren ähnlich wie ein Bonus. Mit einem nachträglichen Rabatt „belohnt“ Sie Ihr Lieferant z.B. für die Treue. Die nachträglich gewährten Rabatte werden auf den Konten

  • Erhaltene Rabatte RHB, bzw.
  • Erhaltene Rabatte Waren

 gebucht.

Beispiel 10 – Sofortrabatt

Beispiel

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Schräuble GmbH erhält am 13.04.2015 eine Hilfsstofflieferung mit folgender Rechnung:

Hilfsstoffe9.000,00 €
abzgl. 15% Rabatt1.350,00 €
ergibt7.650,00 €
zzgl. 19% USt.1.453,50 €
Rechnungsbetrag brutto9.103,50 €

Gebucht wird nur der um den Rabattbetrag (Sofortrabatt) reduzierte Aufwand aus dem Einkauf der Hilfsstoffe. Er stellt zugleich das umsatzsteuerliche Entgelt dar.

13.04.2015 Eingangsrechnung

SollkontoHabenkonto
Einkauf RHB7.650,00Verbindlichkeiten LuL9.103,50
Vorsteuer 19%1.453,50

Beispiel 11 – Nachträglicher Rabatt

Beispiel

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Frau Anke Hübsch (Schreibwarenhandel) erhält im Oktober 2015 eine Rabattanzeige in Höhe von 500 € netto, zzgl. 19% USt. (95 €), gesamt 595 € von ihrem Lieferanten Paper AG.

Lösung

Die Rabattanzeige stellt eine auf die Zukunft ausgerichtete Minderung von:

  • Aufwand aus dem Bezug von Waren
  • Vorsteuer und
  • Verbindlichkeiten LuL

im Zusammenhang mit einer Bestellung bei Paper AG dar.

30.10.2015 Rabattanzeige

SollkontoHabenkonto
Verbindlichkeiten LuL595Erhaltene Rabatte Waren500
  Vorsteuer 19%95

Frau Hübsch wird die nächste Warenlieferung von Paper AG nach Abzug des Rabattbruttobetrages begleichen.