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Buchführen-lernen - Was gehört zu den typischen Betriebseinnahmen?

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Buchführen-lernen

Was gehört zu den typischen Betriebseinnahmen?

In Lektion 19 haben Sie einen Überblick über die typischen Betriebseinnahmen erhalten. Wie man sie auf den T-Konten abbildet, haben Sie darauffolgend in der Lektion 23 erfahren. An dieser Stelle sollen Sie Ihr Wissen über die Betriebseinnahmen abschließend ordnen und für die typischen Geschäftsvorfälle die Buchungssätze bilden.

Beispiel

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Bsp.1

Erlöse aus dem Warenverkauf

Der Fliesenleger Uwe Stein verkauft am 13.05.2015 9 Packungen Badezimmerfliesen und verlangt dafür 496,00 € netto, zzgl. 19% USt (94,24 €). Der Kunde zahlt bar 590,24 €.

13.05.2015 (Betriebseinnahme)

SollkontoHabenkonto
Verrechnungskonto EÜR
erfolgswirksam
590,24Erlöse Warenverkauf496,00
Umsatzsteuer 19%94,24

Beispiel

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Bsp.2

Erlöse aus  Erbringung einer Leistung

Die Architektin Petra Keller entwirft ein 2-stöckiges Einfamilienhaus und stellt dem Kunden dafür eine Rechnung in Höhe von 23.000,00 € netto, zzgl. 19% USt. (4.370,00 €). Der Kunde überweist den Bruttobetrag in Höhe von 27.370,00 € am 15.06.2015.

15.06.2015 (Betriebseinnahme)

SollkontoHabenkonto
Verrechnungskonto EÜR
erfolgswirksam
27.370,00Erlöse Leistung23.000,00
Umsatzsteuer 19%4.370,00

Beispiel

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Bsp.3

Provisionserlöse

Der Fliesenleger Uwe Stein hat einen Großauftrag für die Durchführung von Fliesenarbeiten in einem 4-stöckigen Hotel erhalten. Da das Auftragsvolumen in der vorgegebenen Zeit für ihn allein zu groß ist, entscheidet er, ein anderes Fliesenlegergeschäft zur Ausführung des Auftrags heranzuziehen und erhält dafür eine Vermittlungsprovision in Höhe von 5.600,00 € netto, zzgl. 19% USt. (1.064,00 €). Die Provision in Höhe von 6.664,00 € brutto wird Herrn Stein am 03.07.2015 per Banküberweisung gezahlt.

03.07.2015 (Betriebseinnahme)

SollkontoHabenkonto
Verrechnungskonto EÜR
erfolgswirksam
6.664,00Provisionserlöse5.600,00
Umsatzsteuer 19%1.064,00

Beispiel

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Bsp.4

Zinserträge

Die Architektin Petra Keller hatte auf dem betrieblichen Bankkonto über einen längeren Zeitraum ein Guthaben von ca. 20.000 €. Am Ende des 3. Quartals 2015 schrieb ihr die Bank Guthabenzinsen in Höhe von 41,00 € gut. Der Betrag von 41,00 € erscheint als Gutschrift auf dem Bankkontoauszug am 02.10.2015.

02.10.2015 (Betriebseinnahme)

SollkontoHabenkonto
Verrechnungskonto EÜR
erfolgswirksam
41,00Zinserträge41,00

Beispiel

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Bsp.5

Erlöse aus dem Verkauf von BGA

Der Fliesenleger Uwe Stein  verkauft einen Kleintransporter, den er bis jetzt im Betriebsvermögen hatte, für 3.800 € netto, zzgl. 19% USt (722,00 €). Der Käufer zahlt am 24.08.2015 per Banküberweisung den Gesamtbetrag in  Höhe von 4.522,00 €.

24.08.2015 (Betriebseinnahme)

SollkontoHabenkonto
Verrechnungskonto EÜR
erfolgswirksam
4.522,00Erlöse Verkauf BGA3.800,00
Umsatzsteuer 19%722,00

Beispiel

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Bsp.6

Versicherungsentschädigungen

Die Architektin Petra Keller hatte in ihren Büroräumen einen Wasserschaden. Sie musste einen Raum  neu streichen und den Bodenbelag austauschen lassen. Die Instandsetzungskosten in Höhe von 2.750,00 € netto (zzgl. 19%) hat Frau Keller zunächst selbst getragen. Am 13.04.2015 erhielt sie von der  Gebäudeversicherung einen Scheck über 2.750,00 €. Der Scheck wurde ihrem Bankkonto am 17.04.2015 gutgeschrieben.

17.04.2015 (Betriebseinnahme)

SollkontoHabenkonto
Verrechnungskonto EÜR
erfolgswirksam
2.750,00Versicherungsentschädigungen2.750,00

Beispiel

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Bsp.7

Erstattungen der Entgeltfortzahlung für kranke Arbeitnehmer

Die Mitarbeiterin von Frau Petra Keller war ein Woche krankgeschrieben. Frau Keller zahlte das Gehalt trotz Abwesenheit an die Mitarbeiterin weiter (Entgeltfortzahlung). Im Folgemonat erstatte die Krankenkasse 70% des fortgezahlten Betrages an Frau Keller zurück. Eine Gutschrift in Höhe von 315,00 € erfolgte am 21.06.2015 auf dem betrieblichen Bankkonto.

21.06.2015 (Betriebseinnahme)

SollkontoHabenkonto
Verrechnungskonto EÜR
erfolgswirksam
315,00Erstattung Entgeltfortzahlung315,00

 

Vertiefung

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Lohnfortzahlung

Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet, sechs Wochen lang eine Lohnfortzahlung an ihre erkrankten Mitarbeiter zu leisten. Falls Ihr Betrieb allerdings eine sog. Umlage U1 an die Krankenkasse entrichtet, wird Ihnen ein bestimmter Anteil (zwischen 40% und 80%) des fortgezahlten Entgelts zurückerstattet. Das Thema an sich gehört zum Kompetenzbereich eines Lohnbuchhalters.

Minderungen der Betriebseinnahmen

In der Praxis kommt es nicht selten vor, dass bereits erhaltene und gebuchte Betriebseinnahmen nachträglich reduziert werden. Die Gründe können sehr unterschiedlich sein, z.B.

  • Ein Kunde hat bereits Ihre Rechnung bezahlt, reklamiert aber später die Lieferung bzw. Leistung und Sie erstatten ihm einen Teil des ursprünglichen Verkaufspreises. In dem Fall werden Sie das Konto „Erlösschmälerungen“ benötigen, bzw. Sie buchen den Minderungsbetrag auf dem gleichen Konto, auf dem Sie ursprünglich die Betriebseinnahme gebucht haben.
  • In Zahlungsbedingungen räumen Sie dem Kunden die Möglichkeit ein, Ihre Rechnung nach Abzug von Skonto zu bezahlen. Sie wollen – zwecks besserer Kontrolle – die Skontobeträge auf einem separaten Konto buchen. In dem Fall wird die Skontobuchung auf dem Konto „Gewährte Skonti, Rabatte, Boni“ erfolgen.

Achtung!

Jegliche Minderung der Betriebseinnahme bedeutet eine Reduzierung des umsatzsteuerlichen Entgelts. Wurde ein Umsatz mit Umsatzsteuer gebucht, muss bei seiner Reduzierung auch die Umsatzsteuer entsprechend berichtigt werden.

Beispiel

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Beispiel 8

(Fortsetzung Beispiel 1) - Minderung der Betriebseinnahmen

Der Kunde von Uwe Stein reklamiert die Lieferung vom 12.07.2015, da einige Fliesen zerkratzt sind.

Uwe Stein erstellt eine Rechnungskorrektur über 75,00 € netto, zzgl. 14,25 € USt. und überweist dem Kunden den Bruttobetrag in Höhe von 89,25 € am 23.07.2015 zurück.

23.07.2015 (Minderung der Betriebseinnahme)

SollkontoHabenkonto
Erlösschmälerung75,00Verrechnungskonto EÜR
erfolgswirksam
89,25
Umsatzsteuer 19%14,25

Beispiel

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Beispiel 9

(Fortsetzung Beispiel 2) Minderung der Betriebseinnahmen

Bei der Erstellung des Hausentwurfs hat Petra Keller vergessen, einen wichtigen Kundenwunsch zu berücksichtigen. Um dem Kunden entgegenzukommen, reduziert sie ihr Honorar um 1.000,00 € netto, zzgl. 19% USt. (190,00 €) und überweist dem Kunden  am 18.06.2015 1.190,00 € zurück.

18.06.2015 (Minderung der Betriebseinnahme)

SollkontoHabenkonto
Erlösschmälerung1.000,00Verrechnungskonto EÜR
erfolgswirksam
1.190,00
Umsatzsteuer 19%190,00

Beispiel

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Beispiel 10

Umsatzerlöse und Bezahlung mit Skonto

Bei diesem Beispiel sollen Sie sich erneut mit der bereits bekannten Abbildung der Rechnung von Uwe Stein an Frau Anke Hübsch auseinander setzen.

image

Frau Hübsch hat diese Rechnung am 20.04.2015 (innerhalb der Skontofrist) mit Abzug von 2 % Skonto (auf Materialkosten) per Banküberweisung beglichen.

Berechnung des Skonto,- Steuer- und Überweisungsbetrages:

Materialkosten netto = 1.942,50 € x 2% =  38,85 € Skonto netto x 19% = 7,38 € USt. Korrektur

Materialkosten nach Abzug von Skonto

(1.942,50 €– 38,85 €)

1.906,65 €

zzgl. Rechnungspositionen 3 bis 51.158,60 €
Summe netto3.065,25 €
zzgl. 19% USt. 582,40 €
Summe brutto3.647,65 €

Variante I für die Buchung der reduzierten Betriebseinnahme

20.04.2015 (Reduzierte Betriebseinnahme)

SollkontoHabenkonto
Verrechnungskonto EÜR
erfolgswirksam
3.647,65Erlöse Warenverkauf1.906,65
Erlöse Leistung1.158,60
Umsatzsteuer 19%582,40

Variante II für die Buchung der reduzierten Betriebseinnahme

20.04.2015 (Betriebseinnahme)

SollkontoHabenkonto
Verrechnungskonto EÜR
erfolgswirksam
3.690,31Erlöse Warenverkauf1.942,50
Erlöse Leistung1.158,60
Umsatzsteuer 19%589,21

20.04.2015 (Reduzierung der Betriebseinnahme nachträglich)

SollkontoHabenkonto

Gewährte Skonti

Umsatzsteuer 19%

38,85

7,38

Verrechnungskonto EÜR
erfolgswirksam
46,23